Strom
Wie viel Strom braucht eine Veranstaltung?
Leistungsbedarf abschätzen, Anschlüsse verstehen, Reserven einplanen: eine unverbindliche Planungshilfe für die Stromversorgung bei Veranstaltungen.

Kurzantwort
Alle Verbraucher mit ihrer Leistung sammeln, addieren und als Faustregel etwa 20 bis 30 Prozent Reserve einplanen. Eine Schuko-Steckdose liefert rechnerisch rund 3,7 kVA (≈ kW bei cos φ = 1); für LED-Wände, größere Licht- und Tonanlagen braucht es in der Regel CEE-Anschlüsse. Unverbindliche Planungshilfe. Ausführung und Stromverteilung nur durch eine Elektrofachkraft.
Unverbindliche Planungshilfe. Ausführung und Stromverteilung nur durch eine Elektrofachkraft.
Wie viel Strom eine Veranstaltung braucht, hängt von allen Verbrauchern ab: Licht, Ton, LED-Wand, Catering – da kommt schnell einiges zusammen. Reicht der Strom nicht, fallen Sicherungen – im ungünstigsten Moment. Wer den Bedarf früh abschätzt und mit der Location abstimmt, vermeidet das. Dieser Artikel hilft bei der ersten Einschätzung; er ersetzt keine elektrotechnische Planung.
Schritt 1: Alle Verbraucher sammeln
Listen Sie alle Geräte auf, die Strom brauchen, und notieren Sie die Leistung in Watt laut Typenschild oder Datenblatt:
- Beschallung (Verstärker, aktive Lautsprecher, Mischpult)
- Licht (Scheinwerfer, Effekte, Lichtpult)
- Video (LED-Wand, Displays, Projektoren, Zuspieler, Kameras)
- Bühne und Rigging (z. B. Motorzüge)
- Catering und Getränke (Kaffeemaschinen, Wärmegeräte, Kühlung)
- Sonstiges (Heizstrahler, Klima, Ladestationen, Büro, Garderobe)
Gerade Catering und Heizgeräte werden oft unterschätzt; sie können mehr Leistung brauchen als die gesamte Veranstaltungstechnik.
Schritt 2: Leistung abschätzen und Reserve einplanen
Addieren Sie die Leistungen. Moderne LED-Scheinwerfer brauchen deutlich weniger Strom als ältere Halogenscheinwerfer; bei LED-Wänden nennt das Datenblatt meist einen Maximal- und einen Durchschnittswert pro Quadratmeter (zur Auswahl der Wand: „LED-Wand mieten: Welcher Pixelpitch passt?“). Planen Sie mit dem Maximalwert und rechnen Sie als Faustregel eine Reserve von etwa 20 bis 30 Prozent hinzu (Praxiswert).
Vereinfachtes Rechenbeispiel: Beschallung 3 kW + Licht 4 kW + LED-Wand 6 kW (Maximalwert laut Datenblatt) + Regie und Sonstiges 1 kW = 14 kW. Mit 25 Prozent Reserve ergeben sich rund 17,5 kW. Das ist mehr, als ein CEE-16-A-Anschluss rechnerisch liefert; nötig wären also ein CEE-32-A-Anschluss oder mehrere getrennte Anschlüsse. Das Beispiel ist rein rechnerisch und ersetzt keine Planung.
Schritt 3: Anschlüsse verstehen
| Anschluss | Spannung | rechnerische Scheinleistung (Faustwert) |
|---|---|---|
| Schuko 16 A | 230 V | ca. 3,7 kVA |
| CEE 16 A („16er Drehstrom“) | 400 V | ca. 11 kVA |
| CEE 32 A | 400 V | ca. 22 kVA |
| CEE 63 A | 400 V | ca. 44 kVA |
| CEE 125 A | 400 V | ca. 87 kVA |
Rechnerische Scheinleistung (kVA); bei cos φ = 1 entspricht das kW, bei üblichen Geräten ist die nutzbare Wirkleistung etwas geringer. Die Werte sind Maximalwerte bei voller Absicherung. Nutzbar ist weniger: Dauerlast, Leitungslängen und die Verteilung auf die drei Phasen spielen eine Rolle. Bei Drehstrom sollte die Last möglichst gleichmäßig auf die Phasen verteilt werden.
Schritt 4: Mit der Location klären
- Welche Anschlüsse gibt es wo, und wie sind sie abgesichert?
- Ist ein Anschluss exklusiv für die Veranstaltung verfügbar oder teilen sich mehrere Nutzer einen Stromkreis?
- Wer ist Ansprechpartner der Haustechnik am Veranstaltungstag?
- Gibt es Vorgaben zu Kabelwegen, Fluchtwegen und Brandschutz?
Trennen Sie wenn möglich Tontechnik und Catering auf verschiedene Stromkreise. Das verringert Störgeräusche und das Risiko, dass ein Wasserkocher die Beschallung abschaltet.
Outdoor und Stromaggregate
Im Freien fehlen oft ausreichende Anschlüsse. Dann kommt ein Stromaggregat zum Einsatz. Größe, Standort (Abgase, Lärm), Kraftstoff, Erdung und Schutzmaßnahmen müssen von einer Elektrofachkraft geplant werden. Kabel und Verteiler müssen für den Außeneinsatz geeignet sein; Kabelbrücken schützen Leitungen auf Laufwegen.
Sicherheit und Regeln
Für elektrische Anlagen bei Veranstaltungen, Ausstellungen und Ständen gelten besondere Normen, etwa DIN VDE 0100-711 (Ausstellungen, Shows und Stände) und DIN VDE 0100-718 (Öffentliche Einrichtungen und Arbeitsstätten). Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen vom Betreiber regelmäßig geprüft werden (DGUV Vorschrift 3, Betriebssicherheitsverordnung). Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) sind ein wichtiger Bestandteil der Schutzmaßnahmen. Nach DIN VDE 0100-711 brauchen Endstromkreise bis 32 A einen RCD mit höchstens 30 mA Auslösestrom.
Unverbindliche Planungshilfe. Ausführung und Stromverteilung nur durch eine Elektrofachkraft.
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Häufige Fragen
Reicht eine normale Steckdose für die Veranstaltungstechnik?
Für kleine Setups wie ein Mikrofon mit Lautsprecher oder ein Display oft ja. Eine Schuko-Steckdose ist meist mit 16 A abgesichert, das sind rechnerisch rund 3,7 kVA (≈ kW bei cos φ = 1) – im Dauerbetrieb sollte deutlich weniger geplant werden. Für LED-Wände, größere Licht- und Tonanlagen braucht es in der Regel CEE-Anschlüsse.
Wie viel Leistung liefert ein CEE-Anschluss?
Rechnerisch bei 400 V Drehstrom: CEE 16 A rund 11 kVA, CEE 32 A rund 22 kVA, CEE 63 A rund 44 kVA, CEE 125 A rund 87 kVA. Rechnerisch ist das Scheinleistung (kVA); bei cos φ = 1 entspricht das kW. Das sind Maximalwerte bei voller Absicherung; nutzbar ist weniger, und die Last muss gleichmäßig auf die Phasen verteilt werden.
Wann brauche ich ein Stromaggregat?
Wenn am Veranstaltungsort kein ausreichender Anschluss vorhanden ist, etwa im Freien, oder wenn eine unabhängige Versorgung gewünscht ist. Größe, Aufstellung, Erdung und Anschluss müssen von einer Elektrofachkraft geplant und ausgeführt werden.
Wer ist für die Stromverteilung verantwortlich?
Ausführung und Stromverteilung gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Stimmen Sie Anschlüsse und Zuständigkeiten früh mit der Haustechnik der Location und Ihrem Technikdienstleister ab.
Stand: 08.10.2026